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Fachschule – Vollzeitausbildung

 

Ihre Ausbildung zur Erzieherin/zum Erzieher

Ab dem Schuljahr 2016/17 werden alle neuen Fachschulklassen nach dem NEUEN RAHMENLEHRPLAN SOZIALPÄDAGOGIK unterrichtet. Bereits seit zwei Jahren wird an der Ruth Cohn-Schule der Unterricht nach dem neuen Rahmenlehrplan in sog. "Modellklassen" erprobt. Somit konnten erste Erfahrungen mit den darin skizzierten "Lernfeldern" und Unterrichtsformen/-strukturen gesammelt werden.

In den übrigen Fachschulklassen wurde und wird noch nach dem bisher gültigen Rahmenlehrplan in "Themenfeldern" unterrichtet (siehe unten). Die Fachschuljahrgänge 2014 und 2015, die nach dem alten Rahmenlehrplan begonnen haben, werden auch nach diesem bisherigen Rahmenlehrplan noch ihr Examen ablegen

Konzept des Fachschulstudiums nach dem bisherigen Rahmenlehrplan

(noch gültig für die Jahrgänge 2014 und 2015)

Der Unterricht findet in Form von Themenfeldern statt. Anders als Sie es bisher in schulischen Bildungsgängen erfahren haben, sind die Unterrichtsinhalte statt in Fächer in 16 Themenfelder gegliedert, die wiederum fünf unterschiedlichen Lernbereichen zugeordnet sind. Der Unterricht in den Themenfeldern findet in unserem Haus i.d.R. epochal statt. Das bedeutet, dass Sie über einige Wochen hinweg an einem Thema arbeiten; alle Sie unterrichtende Lehrerinnen und Lehrer unterstützen Sie dabei, sich die Kompetenzen anzueignen, die zum Verständnis und zur Bewältigung der jeweiligen Lernsituation notwendig sind. Im Mittelpunkt sämtlicher Arbeit steht die Frage: Was müssen Sie als Erzieherin oder Erzieher können, um in den verschiedenen Situationen und Arbeitsfeldern kompetent agieren zu können?

Sie werden vom ersten Tag der Ausbildung berufliche Handlungssituationen einer Erzieherin/eines Erziehers in Form von Lernsituationen kennen lernen und diese an Hand von praxisbezogenen Aufgabenstellungen bearbeiten. Schrittweise werden Sie auf die komplexen beruflichen Anforderungen vorbereitet. Sie werden häufig selbstständig – auch in Gruppen – arbeiten und damit die Verantwortung für das eigene Lernen übernehmen, denn Wissensaneignung ist ein individueller, aktiver Prozess. Wir Lehrerinnen und Lehrer regen an, vermitteln fachliches Wissen, geben Informationen, fordern heraus, beraten, und nicht zuletzt beurteilen wir Ihre Fortschritte. Die Aneignung von Fachkompetenzen spielt dabei eine ebenso wichtige Rolle wie die Aneignung und Erweiterung Ihrer personalen, sozialen und lernmethodischen Kompetenzen.

Sie werden von einem Team von Lehrerinnen und Lehrern (Semestergruppenteam) unterrichtet und begleitet. Im Mittelpunkt der schulischen Arbeit steht Ihre spätere berufliche Praxis, die – so weit wie möglich – im schulischen Alltag widergespiegelt wird.

Inhalte

Die Unterrichtsinhalte sind, wie bereits erwähnt, in 16 Themenfeldern zusammengefasst. Die Themenfelder sind fünf Lernbereichen zugeordnet, die als Unterrichtsfächer bezeichnet sind.

Übersicht Lernbereiche und Themenfelder

Kommunikation und Gesellschaft Kommunizieren und kooperieren (100 h)
Sprache als Grundlage menschlicher Entwicklung verstehen und fördern (200 h)
Kulturarbeit leisten (100 h)
Entwicklung der personalen und gesellschaftlichen Identität von Kindern und Jugendlichen unterstützen und begleiten (100 h)
II  Sozialpädagogische Theorie und Praxis  Berufliche Identität und professionelle Perspektiven entwickeln (80 h)
Beobachten, interpretieren, planen und handeln (160 h)
Bilden und Erziehen: Lernwelten von Kindern und Jugendlichen gestalten (80 h)
Pädagogische Konzepte umsetzen und Qualität sichern (80 h)
Kinder und Jugendliche in besonderen Lebenslagen unterstützen (100 h)
III  Musisch-kreative Gestaltung/ Bewegung und Spiel  10  Entwicklung menschlicher Ausdrucksformen anregen, begleiten und anleiten (300 h)
11  Lebensräume erschließen und gestalten (150 h)
12  Alltag und besondere Anlässe gestalten (150 h)
IV  Ökologie und Gesundheit  13  Natur und Umwelt erfahren und nachhaltig handeln (80 h)
14  Gesundheit fördern (80 h)
Organisation, Recht und Verwaltung  15  Sozialpädagogisches Handeln im Kontext gesellschaftlicher und rechtlicher Rahmenbedingungen konzipieren und gestalten (80 h)
16  Sozialpädagogische Einrichtungen als Dienstleistungsunternehmen erfassen und entsprechend handeln (80 h)

Weitere Informationen zu den Inhalten der Ausbildung erhalten Sie unter: Die Lernbereiche der Fachschule im Detail

Leistungserfassung

Sie erbringen in jedem Themenfeld einen so genannten themenfeldspezifischen Leistungsnachweis und meistens eine Klausur, Hausarbeit oder einen praktischen Leistungsnachweis. Ihre Leistungsergebnisse sind in der Lernbereichsnote erfasst, der das jeweilig unterrichtete Themenfeld zugeordnet ist.

Mit dem Beginn eines Themenfeldes wird Ihnen Ihr Team mitteilen, welche Leistungsnachweise erforderlich sind und wer für deren Bewertung verantwortlich ist.

Um den Inhalten und den Zielen der Ausbildung gerecht zu werden, fließen in die mündliche Gesamtbewertung Ihrer Leistungen auch solche ein, die Ihre

  • personalen Kompetenzen (Selbstständigkeit, Zuverlässigkeit, Kritikfähigkeit, Selbstvertrauen, Verantwortungs- und Pflichtbewusstsein, demokratisches Wertebewusstsein),
  • sozialen Kompetenzen (Beziehungsfähigkeit, emotionale Intelligenz, Konfliktfähigkeit, Fähigkeit zur Solidarität) und
  • lernmethodischen Kompetenzen (Umgang mit Informationen, Medienkompetenz, Lernfähigkeit, Planungs- und Transferfähigkeit, Problemlösungsstrategien)

umfassen.

Außer Ihren mündlichen und schriftlichen Leistungen im Themenfeldunterricht werden die drei Praxisphasen beurteilt. Das erfolgreiche Absolvieren jeder Praxisphase ist versetzungsrelevant und setzt sich aus dem bestandenen Praktikum, dem praxisbegleitenden Unterricht sowie dem von Ihnen zu erstellenden Praktikumsbericht zusammen. Alle Teile müssen bestanden sein.

Verlauf der Ausbildung

Das erste Semester ist ein Probehalbjahr. Sie erhalten Unterricht in allen fünf Lernbereichen und im Mittelpunkt steht die Altersgruppe der 0–6-jährigen Kinder. Deshalb absolvieren Sie das erste 12-wöchige Praktikum (Pflichtpraktikum) in einer Einrichtung der Kindertagesbetreuung.

Eignen Sie sich in den ersten beiden Semestern vor allem Grundlagenwissen und Basiskompetenzen an, so dienen das dritte und vierte Semester Ihrer zunehmenden Spezialisierung. Ihre spezifischen Interessen realisieren Sie vor allem durch die Wahl von zwei 3-stündigen Profilmodulen zu verschiedenen Arbeits- und Problemfeldern der Sozialpädagogik, sowie durch Ihre Wahl des Arbeitsfeldes in der zweiten Praxisphase. Dieses ebenfalls zwölfwöchige Praktikum (Wahlpflichtpraktikum) können Sie in einer Einrichtung der schulischen wie außer-schulischen Betreuung, der Jugendarbeit, der Stationären/Teilstationären Hilfe oder der Arbeit mit Menschen mit Beeinträchtigung ableisten.

Das fünfte und sechste Semester dient Ihrer zunehmenden Professionalisierung. Zunächst absolvieren Sie das fünfmonatige Wahlpraktikum, welches in einem sozialpädagogischen Arbeitsfeld Ihrer Wahl stattfindet. Jede Praxisphase wird von Ihnen unter speziellen Aufgabenstellungen in einem Praktikumsbericht dokumentiert. Selbstverständlich werden Sie während der Praktika in kleinen Lerngruppen von einer Lehrkraft fachlich betreut. Im sechsten Semester vertiefen Sie Ihr Wissen insbesondere durch das Erstellen einer Facharbeit (Leitfaden) und bereiten sich auf das Examen vor. Ihre erworbenen Kompetenzen präsentieren und reflektieren Sie im Kolloquium.

Das schriftliche Examen absolvieren Sie in zwei Lernbereichen. Nach der bestandenen Abschlussprüfung beantragen Sie bei der zuständigen Senatsverwaltung die staatliche Anerkennung.

Die im Rahmen der Ausbildung erworbenen Kompetenzen entsprechen in der Gesamtheit der Niveaustufe 6 (von 8 Stufen insgesamt) des DQR (Deutscher Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen, Beschluss der KMK vom 10. März 2011 – www.deutscherqualifikationsrahmen.de).

 

Verlauf des 3-jährigen Fachschulstudiums

 
Inhalt
Zielsetzung

1. Semester:

Probehalbjahr
Unterricht in allen fünf Lernbereichen
Themenwoche

Basiswissen

2. Semester:

Unterricht in drei Lernbereichen
12-wöchiges Pflichtpraktikum in einer Einrichtung der Kindertagesbetreuung
Betreuung im praxisbegleitenden Unterricht

Basiswissen

3. Semester

Unterricht in drei Lernbereichen
Wahl von zwei 3-stündigen Profilmodulen
Themenwoche
12-wöchiges Wahlpflichtpraktikum (Stationäre Hilfen, Arbeit mit Menschen mit besonderen Bedürfnissen, Integration, Hort/Ganztags­betreuung in der Schule, Jugendarbeit
Betreuung im praxisbegleitenden Unterricht

Spezialisierung

4. Semester

Unterricht in drei Lernbereichen
Profilmodulunterricht

Spezialisierung

5. Semester

Wahlpraktikum
Betreuung im Seminarunterricht

Professionalisierung

6. Semester

Unterricht in allen Lernbereichen
Facharbeit
Kolloquium
Schriftliches Examen in zwei Lernbereichen

Professionalisierung

Antrag bei der Senatsverwaltung

Staatliche Anerkennung

Staatlich anerkannte/-r Erzieherin oder Erzieher (Level 6 des DQR)

 

Das Studium an der Fachschule (Vollzeit) im Überblick

Dauer der Fachschule (VZ):

3 Schuljahre

Abschluss:

Berufsausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin/zum staatlich anerkannten Erzieher

Zulassungsvoraussetzung: 

Fachhochschulreife mit dem Schwerpunkt Sozialpädagogik

Bewerberinnen und Bewerber, die die Fachhochschulreife an anderen Fachoberschulen erworben haben, sowie Bewerberinnen und Bewerber mit Abitur müssen eine für die Fachschulausbildung förderliche Tätigkeit (z. B. sozialpädagogisches Praktikum, FSJ) im Umfang von acht Wochen nachweisen


oder
Mittlerer Schulabschluss (MSA) und berufliche Vorbildung

Als berufliche Vorbildung gelten:

  • der erfolgreiche Abschluss einer mindestens zweijährigen einschlägigen Berufsausbildung (z.B. Sozialassistenz) oder
  • eine einschlägige Berufstätigkeit von mindestens drei Jahren oder
  • der erfolgreiche Abschluss einer nicht-einschlägigen Berufsausbildung von mindestens drei Jahren oder
  • eine nichteinschlägige Berufstätigkeit von mindestens vier Jahren.

Auf die Berufstätigkeit werden angerechnet:

  • Die selbstständige Führung eines Haushaltes mit mindestens drei Personen oder mit mindestens zwei Personen, wenn dem Haushalt eine erziehungs- oder pflegebedürftige Person angehört, mit bis zu einem Jahr,
  • die Ableistung eines freiwilligen sozialen Jahres,
  • die Erfüllung einer Dienstpflicht nach Artikel 12 a Absatz 1 oder 2 des Grundgesetzes, sofern der Einsatz in einem sozialpädagogischen oder sozialpflegerischen Tätigkeitsbereich erfolgte.

Probezeit:

das erste Schulhalbjahr (siehe APVO-Sozialpädagogik)

Bewerbungsunterlagen:

 

  • Bewerbungsanschreiben (formlos)
  • tabellarischer Lebenslauf
  • 3 Passfotos, Format 3,5 X 4,5 cm
  • Abschlusszeugnis der allgemeinbildenden Schule oder Fachoberschule
  • ggf. Bescheinigung über ein Vorpraktikum
  • ggf. Nachweis über abgeschlossene Berufsausbildung/ Berufstätigkeiten

Bitte beachten Sie die ausführlichen Angaben in unserer Bewerberinformation Fachschule Vollzeitausbildung

Bewerbungsschluss:

15. Mai eines jeden Jahres

Ausbildungs- und Prüfungsordnung: 

Verordnung über die Ausbildung und Prüfung an den staatlichen Fachschulen für Sozialpädagogik (APVO–Sozialpädagogik)

Rahmenlehrpläne:

Bildungsserver Berlin-Brandenburg: Rahmenlehrpläne Fachschule

Information zum Download:

Bewerberinformation Fachschule Vollzeitausbildung

 

 

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